Die betroffenen Personen aus der Schweiz werden verdächtigt, über amerikanische Internetanbieter verbotene Kinderpornografie auf ihre Computer oder von dort ins Netz geladen zu haben, wie die "NZZ am Sonntag" berichtete. US-amerikanische Provider sind verpflichtet, Kinderpornografie-Verdachtsfälle den Behörden zu melden.

Im ersten Meldejahr 2014 lag die Zahl der Verdachtsfälle noch bei rund 480. Ein Jahr später stieg sie auf über 2000, 2017 lag sie bei rund 5400, 2018 bei 9000. Damit hat sich die Zahl der Meldungen innert fünf Jahren fast verzwanzigfacht.

Viel Beifang

Das Fedpol habe die Meldungen einer Vorprüfung unterzogen und diejenigen Fälle an die kantonalen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet, in denen der Verdacht auf eine Straftat bestehe, sagte Fedpol-Sprecherin Cathy Maret auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Demnach blieben weniger als zehn Prozent der Meldungen übrig. Als Erklärung führte Maret an, dass die Provider mit Filtern arbeiten, die viel Beifang produzieren.

Das Fedpol meldet den kantonalen Strafverfolgungsbehörden auch Verdachtsfälle, die auf eigene Recherchen zurückgehen. Die Ermittler des Bundes gehen hauptsächlich mit verdeckten Ermittlungen und mit softwarebasierter Überwachung, sogenannter Peer-to-Peer-Scans, gegen Verdächtige vor.

Die abschliessende Statistik zu den vom Fedpol im Jahr 2018 an die Kantone weitergeleiteten Fällen liegt laut der Sprecherin noch nicht vor. 2017 habe das Fedpol 150 Fälle an die Kantone weitergegeben, ein Jahr zuvor deren 149. Die meisten Meldungen des Fedpol betreffen allerdings das Ausland: 847 Fälle waren es 2017, 599 im Jahr 2016.