Einerseits schrumpfte der Verkehrswert des Stilli Parks durch den Verkauf von neun Eigentumswohnungen um 26 Mio. Franken. Andererseits reduzierte ihn die Prüfgesellschaft EY zusätzlich um 12,7 Mio. Franken, wie der Credit Suisse Real Estate Fund Hospitality am Dienstag mitteilte.

Grund dafür seien die tieferen Mietzinsen im neuen Vertrag mit der jetzigen Pächterin Weriwald, erklärte Fondsmanager Thomas Vonaesch auf Anfrage. Das als "goldenes Ei" bekannt gewordene Luxushotel hatte kurz vor dem letzten Weltwirtschaftsforum (WEF) eröffnet. Nach einer enttäuschenden Wintersaison meldete die erste Pächterin, die Stilli Park AG, Konkurs an.

Während Gläubiger der Stilli Park AG, insbesondere die Stadt Davos und Lieferanten, um ihr Ansprüche kämpften, ging der Betrieb weiter. Der Verkehrswert liege nun für das Hotel und die noch nicht verkauften 27 Eigentumswohnungen bei 204,9 Mio. Franken. Dies seien 0,9 Prozent des Gesamtportfolios aus 45 Liegenschaften, relativierte Vonaesch.

Überdies sei der gesamte Inventarwert des CS-Fonds, der in Hotels, Campus-Liegenschaften, Immobilien für den Gesundheitssektor und Residenzen im Alpenraum investiert, auf 1,357 Mrd. Fr. gestiegen. Das entspreche für das Halbjahr einer Anlagerendite von 0,6 Prozent.

Mietzinseinnahmen gesteigert

Die gesamten Mietzinseinnahmen des Fonds stiegen im ersten Semester gegenüber der Vorjahresperiode von 19,8 Mio. auf 26,0 Mio. Franken. Seit April liefert etwa die ETH Lausanne (EPFL) nach der Fertigstellung von Gebäuden mit dem Bund als Mieter zusätzliche Mieteinnahmen.

Die Mietzinsausfallquote liegt unverändert bei 1,0 Prozent und dürfte durch den "nahtlosen Pächterwechsel" in Davos auch tief bleiben. Entsprechend habe auch der Nettoertrag um 69,2 Prozent auf 13,4 Mio. Fr. zugenommen.

Aufgrund der breiten Diversifikation des Fonds sei davon auszugehen, dass eine Ausschüttung auf dem Vorjahresniveau (2,30 Fr. pro Anteilsschein) gesichert sei, hiess es weiter.

Der Fonds bereitet seinen Anlegern aber nicht nur Freude: Der Börsenkurs weist laut den Angaben gegenüber dem Inventarwert einen Abschlag von 9,8 Prozent auf - verglichen mit einem Aufschlag der Schweizer Immobilienfonds von durchschnittlich 17,1 Prozent. Seit Jahresbeginn büsste der Kurs 1,4 Prozent ein, während der Index der Immobilienfonds an der Schweizer Börse um 4,8 Prozent zulegte.