Ein Unentschieden und neun Niederlagen lautete die Bilanz der Thuner in der Gruppe D, nachdem sie bereits bei der ersten Teilnahme in der Königsklasse in der Saison 2013/14 nur einen Punkt geholt hatten. Allerdings war Wacker alles andere als Kanonenfutter. Vier Partien gingen mit einem Tor Unterschied verloren, zweimal betrug die Differenz zwei Treffer. Komplett chancenlos war das Team von Trainer Martin Rubin einzig im Auftaktspiel bei der polnischen Equipe Wisla Plock (24:34).

Das verdient insofern durchaus Anerkennung, als die Thuner einerseits ihre Heimspiele in Gümligen austragen mussten, wohin nicht so viele Leute kamen wie erwartet. Andererseits beklagten sie grosses Verletzungspech. Nicolas Raemy stand bloss am Donnerstagabend in der letzten Partie gegen Dinamo Bukarest (29:33) zur Verfügung. Routinier Luca Linder konnte bloss zweimal mitspielen. Ron Delhees erlitt Mitte Oktober einen Kreuzbandriss, nachdem er in den ersten fünf Spielen 33 Treffer erzielt und die Torschützenliste der Champions League vorübergehend angeführt hatte. Captain Jonas Dähler musste vier Partien pausieren. Das sind allesamt Schlüsselspieler bei den Thunern.

Die fehlende Breite war denn auch ein Faktor dafür, dass Wacker wiederum keinen Sieg schaffte. "Mehr Breite gibt mehr Stabilität. Wir hatten grosse Schwankungen", sagte Dähler. Es mangelte aber auch an Cleverness und Routine, "am Instinkt, in den letzten fünf Minuten den Lucky Punch zu landen. Wir blieben den Beweis schuldig, den Sack zumachen zu können. Das ist eine Qualität, die man haben muss", fuhr Dähler fort. Sie hätten zu wenig aus den Fehlern gelernt. "Warum trafen wir nicht die richtigen Entscheide, nachdem wir zwei, dreimal knapp verloren hatten? Das ist ein schwieriger Punkt, den wir gut anschauen müssen."

Zu grosse Belastung

Rubin gab Dähler diesbezüglich Recht. "Irgendwann muss man aus Fehlern lernen. Das haben wir nicht gemacht." Für ihn hatte das aber auch mit der Belastung für die Spieler zu tun, die aufgrund der dünnen Personaldecke zu gross gewesen sei. "Wir liefen am Anschlag", erklärte Rubin. So blieb nach den Partien kaum Zeit für eine Nachbetrachtung, galt es doch bereits das nächste Spiel vorzubereiten. Auch das Training kam zu kurz. Das war insofern ein Problem, als die Thuner eine junge Truppe haben und deshalb mehr Ausbildung nötig gehabt hätten.

"Dennoch wäre mehr möglich gewesen", ärgerte sich Rubin. Sie hätten Spiele aus Dummheit verloren. Er sah in den vielen Matches aber auch Positives, weil die Jungen dadurch gut integriert werden konnten, was für Wacker nach dem grossen Qualitätsverlust auf diese Saison hin umso wichtiger ist. "Diese haben es sehr gut gemacht", lobte Rubin. "Die Mannschaft ist zusammengewachsen." Er hofft nun, dass ihnen der Rhythmus in der Champions League in den Playoffs hilft. Dähler hob aber gleich den Mahnfinger: "Wir dürfen nicht das Gefühl haben, dass es in der Meisterschaft von alleine geht, weil wir ausgeruhter sind."