Für die Schweiz starten die Duos Ilaria Käslin/Oliver Hegi und Leonie Meier/Pablo Brägger.

"Ich bin ziemlich am Ende", sagt Oliver Hegi und lacht. Der Swiss Cup Zürich bildet den Abschluss einer langen Wettkampfphase, folgten doch in der zweiten Jahreshälfte mit den Europameisterschaften in Glasgow und den Weltmeisterschaften in Doha die Höhepunkte Schlag auf Schlag. Hegi bot in Schottland mit Gold am Reck und Bronze am Barren eine herausragende Leistung, in Doha lief es ihm dann wie der gesamten Schweizer Mannschaft nicht nach Wunsch. Dennoch resultierte mit dem Team der sehr gute 6. Rang.

Für den Swiss Cup Zürich mobilisieren die Schweizer Athleten gerne ihre letzten Kräfte. "Es ist ein cooler Wettkampf mit einem speziellen Modus, bei dem man als Athlet für einmal auch die Atmosphäre geniessen kann", sagt Pablo Brägger, der Sieger des letzten Jahres. Den Schweizer Athleten bietet sich die Chance, ihr Können dem Heimpublikum zu präsentieren, und schliesslich gibt es für Kunstturn-Verhältnisse auch ein beachtliches Preisgeld zu gewinnen. Das Siegerteam erhält 25'000 Dollar.

Neben den Schweizer Aushängeschildern treten im Hallenstadion mehrere Stars der Szene an. Das stärkste Duo auf dem Papier bilden die beiden russischen WM-Medaillengewinner Angelina Melnikowa und Nikita Nagorni. Für Deutschland treten Elisabeth Seitz, die WM-Dritte am Stufenbarren, und Marcel Nguyen, der Sieger des Memorial Gander in Chiasso, an. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Legenden-Duo Oxana Tschussowitina und Marian Dragulescu. Die 43-jährige Usbekin gewann 1992, als ihre heutige Konkurrentinnen noch nicht einmal geboren waren, Olympia-Gold mit dem Team. Der Rumäne Dragulescu (37) ist mehrfacher Weltmeister.

Premiere für Leonie Meier

Zur ihrer Premiere am Swiss Cup Zürich kommt Leonie Meier. Für die 16-jährige Aargauerin ist es der krönende Abschluss eines sehr guten ersten Jahres bei der Elite mit der erstmaligen Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften. "Ich bin sehr überrascht, dass es so gut gelaufen ist", sagt die Gymnasiastin, deren Lieblingsgerät der Boden ist. In Doha bestritt sie erstmals auf der grossen Bühne einen Mehrkampf und durfte dabei auch die Künste der amerikanischen Überfliegerin Simone Biles, einem ihrer Vorbilder, bewundern. "Auch Aliya Mustafina finde ich sehr inspirierend."

Ein weiteres Vorbild von Meier ist Giulia Steingruber, die Swiss-Cup-Siegerin von 2011 und 2017, die am Donnerstag in Wallisellen ihren zur Tradition gewordenen "Giulia Kidz Day" durchführte, am Sonntag im Hallenstadion aufgrund des im Sommer erlittenen Kreuzbandrisses aber nicht teilnehmen kann. Die Reha der 24-jährigen St. Gallerin in Magglingen verläuft nach Plan, leichtes Jogging liegt bereits wieder drin. Eine Rückkehr auf die Wettkampfbühne ist für den Spätsommer geplant, die Europameisterschaften im Frühjahr in Polen und das Eidgenössische Turnfest in Aarau kommen wohl noch zu früh.