Im Halbfinal hatte Zverev, der sich in der Weltrangliste auf Platz 4 verbessern wird, bereits Roger Federer in die Schranken gewiesen. Der Schweizer bleibt mit sechs Titeln alleiniger Rekordhalter der ATP Finals. Djokovic verpasste seinen sechsten Triumph am Sonntagabend.

Nur einmal zeigte Zverev Nerven. Nachdem er den ersten Satz gewonnen und auch im zweiten gleich mit einem Break vorgelegt hatte, unterlief dem Hamburger ein schwaches Aufschlagspiel mit zwei Doppelfehlern und zwei weiteren einfachen Fehlern. Er fing sich jedoch sogleich wieder und nahm Djokovic das dritte Aufschlagspiel in Folge ab. Auf dem Weg in den Final hatte der zehn Jahre ältere Serbe kein Servicegame abgegeben und nur zwei Breakbälle abwehren müssen.

Zverev schlug aber wie gegen Federer exzellent auf und konnte überraschend auch in den langen Ballwechsel von der Grundlinie mehr als nur mithalten. Und plötzlich wirkte Djokovic, der seit Wimbledon 35 von 37 Matches gewonnen und nie gegen einen Top-10-Spieler verloren hatte, wieder menschlich und verletzlich. Er leistete sich ungewohnt viele Fehler und schien auch physisch nicht ganz auf der Höhe zu sein. In der Vorrunde war Zverev von Djokovic noch mit 6:4, 6:1 deklassiert worden.

Nicht diesmal. Es war im Gegenteil der Sohn des ehemaligen sowjetischen Tennisprofis Alexander Zverev senior, der zum 6:3 ein weiteres Break schaffte. Ein brillanter Rückhand-Passierball brachte Zverev nach nur 80 Minuten den überraschenden Sieg.