"Tanguy wer?" Beim Betrachten der Startliste für den ersten Lauf des Slaloms in Levi staunten nicht wenige über den Teilnehmer mit der Nummer 40, Tanguy Nef.

Nach dem ersten Durchgang war die Verwunderung noch grösser geworden. Nef klassierte sich als Fünfzehnter - und das bei seinem allerersten Einsatz auf Stufe Weltcup. Der Romand zeigte sich unbeeindruckt und wiederholte im Finale der besten 30 seine vorzügliche Leistung, für die er mit dem Vorstoss um vier Plätze in der Schlussrangliste belohnt wurde.

Dass Nef bisher nur Insidern ein Begriff war, ist verständlich. Die letzten zwei Winter bestritt er vorwiegend Rennen in Nordamerika. Das wiederum rührt daher, dass er in einem College in Hanover im US-Staat New Hampshire Informatik und Wirtschaft studiert. Dank guten Ergebnisse n im Nor-Am-Cup, dem Pendant zum Europacup, stieg Nef auf diesen Winter hin vom C- ins B-Kader von Swiss-Ski auf.

"Ich kann es fast nicht glauben", sagte der Newcomer nach seinem Exploit, mit dem er sich gleich selber ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk machte. Am Montag wird er 22 Jahre alt. Nef, dessen Grossvater aus dem Appenzellerland stammt und seinen Wohnsitz nach Genf verlegt hatte, spricht neben französisch und englisch auch recht gut deutsch. Das deshalb, weil er vom zweiten bis sechsten Lebensjahr mit seiner Familie in Basel gelebt hat.