Hirscher lag nach einem für seine Verhältnisse vorsichtig gefahrenen ersten Durchgang zwar lediglich an dritter Stelle, hinter seinem Landsmann Marco Schwarz und dem Norweger Henrik Kristoffersen. Doch im zweiten Lauf war gegen Hirscher wieder nichts auszurichten.

Der erst 21-jährige Franzose Clément Noël, eines der grössten Nachwuchstalente überhaupt, wurde exakt eine halbe Sekunde zurück Zweiter und freute sich über seinen ersten Podestplatz. Kristoffersen musste sich mit Platz 3 begnügen, derweil Schwarz wie schon zuletzt in Zagreb nach Bestzeit im ersten Lauf mit einem Einfädler ausschied.

So wurde Hirschers 67. Weltcupsieg Tatsache, der neunte in diesem Winter (wie Mikaela Shiffrin bei den Frauen). Der neunte Erfolg war es für ihn auch in Adelboden, womit er eine Rekordmarke setzte. Neben vier Erfolgen im Riesenslalom gewann Hirscher nach 2012, 2013, 2014 und 2018 zum fünften Mal den Adelbodner Slalom. Neun Siege an ein und demselben Ort hat vor ihm noch niemand erreicht. Von den letzten 13 Weltcup-Slaloms hat Hirscher einzig zwei nicht gewonnen: Letzten Winter in Kitzbühel, wo er von Kristoffersen geschlagen wurde und im Dezember in Madonna, wo er einfädelte und Daniel Yule gewann.

Zenhäusern von 9 auf 5

Bester Schweizer war Ramon Zenhäusern, der als Fünfter 97 Hundertstel auf Hirscher einbüsste. Gegenüber dem ersten Durchgang arbeitete sich Zenhäusern dank drittbester Laufzeit um vier Positionen nach vorne. Zu einem Podestplatz fehlten dem Walliser Olympia-Zweiten nur 26 Hundertstel. In der aktuellen Saison war Zenhäusern einzig zum Saisonstart in Levi als Vierter minim besser klassiert. Daniel Yule, bei Halbzeit als Sechster bester Schweizer, belegte Platz 8. Er ist die Konstanz in Person. Schlechter als Neunter war der Unterwalliser in diesem Winter noch nie.

Gleich vier Schweizer hatten es im ersten Lauf in die Top 10 geschafft, doch mit Reto Schmidiger und Luca Aerni schieden ausgerechnet jene beiden, die ein starkes Ergebnis besonders nötig gehabt hätten, im zweiten Durchgang mit einem Einfädler aus. Reto Schmidiger, der mit Nummer 38 auf Platz 7 gefahren war, weiss damit in diesem Winter weiterhin keinen Weltcuppunkt auf dem Konto. Und Aerni hat unverändert kein einziges Saison-Resultat in den Top 15 stehen. Einen Nachweis, über die nötige Klasse zu verfügen, konnten sie aber dennoch liefern. Loïc Meillard, kurz vor Weihnachten Zweiter in Saalbach, war schon im ersten Lauf ausgeschieden.