Marc Gisin war während der Abfahrt in Gröden nach einem Verschneider kurz vor den Kamelbuckeln zu Fall gekommen. Der 30-jährige Abfahrer wurde darauf durch die Luft geschleudert und schlug mit dem Rücken und dem Kopf heftig auf der harten Piste auf. Gisin musste daraufhin mit dem Helikopter ins Krankenhaus geflogen werden. 

Nun meldet sich Gisin anderthalb Wochen nach dem Sturz in einem Interview gegenüber «blick.ch» zu Wort und spricht dabei erstmals über den schlimmen Sturz und die Folgen: «Ein paar Zähne sind kaputt, ich spüre die verletzte Lunge, die gebrochenen Rippen und das verletzte Becken», sagt Gisin. Sein Zustand habe sich in den vergangenen Tagen aber deutlich verbessert, er könne wieder alleine atmen, essen und an Krücken herumlaufen.

Gisin hat sich seinen Sturz mittlerweile auf Video angesehen, daran erinnern könne er sich aber nicht: «Mir fehlt in meinem Erinnerungsvermögen rund eine Woche von meinem Leben», erzählt der Abfahrer. Er wisse noch, wie er am Tag vor dem Sturz Ski getestet und im Anschluss gemeinsam mit Patrick Küng den Super-G im TV geschaut habe – ab dann fehlen ihm alle Erinnerungen.

Entschuldigung bei den Angehörigen

Im Interview entschuldigt sich Gisin auch bei seinen Angehörigen. Er habe keinen rationellen Bezug zu seinem Unfall gehabt, habe das ganze gegenüber seinen Liebsten heruntergespielt.  «Aber jetzt wo auch ich mitbekommen habe, dass ich mich phasenweise wirklich in einem dramatischen Zustand befunden habe und meine Eltern, meine Freundin und meine Schwestern dieses Drama hautnah mitbekommen haben, tut es mir wirklich leid, dass sie das mit mir mitmachen mussten», sagt Gisin. 

Der Sturz in Val Gardena war bereits der zweite schwere Unfall in Gisins Karriere, ans Aufhören denkt er aber nicht: «Im Moment ist das überhaupt kein Thema.» Diese Saison sei zwar bereits gelaufen, «ich hoffe aber, dass ich im März wieder mit Skifahren beginnen kann», sagt Marc Gisin. (chm)