Die Hurricanes jubeln. Wie üblich. Üblich ist aber auch, dass die Wirbelstürme nicht 60 Minuten zu überzeugen vermögen – und trotzdem gewinnen. 29 von möglichen 36 Punkten weisen die Aargauer aus. Nur zwei Niederlagen beschmutzen die weisse Siegerweste der Hurricanes.

Der 6:5-Sieg gegen Wollerau bestätigte die Regel, war aber dennoch anders. Wieder nicht restlos überzeugend, aber deshalb nicht minder ereignisreich. Dieser Sieg war gemeinschaftsfördernd.

Man stemmte einen 0:3-Rückstand. Eine Tatsache, die die Hurricanes in der aktuellen Saison schon mehrmals wiederholten. Gut für die Moral, ja. Und doch, dieses Aufeinandertreffen löste mehr aus. Es war ein Abend, der Sieger hervorbrachte. Nachdem Spieltrainer Maurer bei zwei Gegentreffern nicht gerade glücklich agierte, kam es nach zwanzig Spielminuten zu einem unerwarteten Wechsel.

Coach Maurer degradierte sich selbst auf die Spielerbank. Nicht nur für eine kurze Phase, nein, bis zur Schlusssirene. Einzig in den Powerplay-Situationen kehrte der Routinier zurück. Maurers Entscheidung war ein Weckruf, der der  Mannschaft den benötigten Schwung einhauchte. Staunend und respektzollend nahm sie den Schachzug zur Kenntnis - und reagierte auf den zuvor mutlosen Auftritt.

Vom Spielertrainer zum Bandengeneral

Der vorerst überzählige Nicolas Kleiner fügte sich als Maurer-Ersatz nahtlos ins Mannschaftsgefüge ein. Maurer hingegen dirigierte, pushte und kommentierte ab sofort von ausserhalb. Maurer platzierte seinen Stock in der Ecke und übernahm die Rolle eines charismatischen Bandengenerals. Nach der Schlusssirene waren sich alle einig: Der Sieg konnte nicht zuletzt dank dieser nichtalltäglichen Aktion eingefahren werden. Die drei Punkte besiegelte sechs Minuten vor Schluss ausgerechnet Daniel Maurer, der den Ball nach einer schönen Überzahlkombination abgebrüht im Tor unterbrachte. Sein Reaktion: Unglaubliche Freude. Ein Held, der zuerst einen Schritt zurück machen musste, um wieder den Tritt zu finden.

Die weiteren Helden

Wie gesagt, es war ein Abend, der Sieger hervorbrachte. Auch Fabio Bossert war einer dieser Gewinner. Er, der in der zweiten Drittelpause noch mit seinem Offensivverhalten haderte, mit einem mustergültigen Solo und dem daraus resultierenden Game-Winning-Assist aber eine eindrückliche Antwort fand.

Vielversprechend war auch der bereits erwähnte Auftritt Nicolas Kleiners. Der 24-jährige Verteidiger verpasste verletzungsbedingt die gesamte Saisonvorbereitung und ist erst seit kurzer Zeit wieder zurück auf der Inlinehockey-Bühne. Er ersetzte Maurer und machte mit seiner Geduld und seinem Defensivbewusstsein beste Werbung in eigener Sache.

Davon will man mehr

Ebenfalls beste Werbung war dieser Abend  für den jungen Inlinehockey-Sport. Dramatik, Spektakel und Emotionen in einer unvergleichlichen Mischung. Gleichzeitig unterstützt von einer ansprechenden Fairness, die einen umkämpften und temporeichen Schlagabtausch ermöglichte. Das macht Lust auf mehr. Lust auf mehr Helden.