«Kann sich ein Politiker beim Vorwurf eines derartigen – primär moralischen – Fehlverhaltens mit gängigen Ratschlägen wie «Hosen runterlassen», eine Pressekonferenz veranstalten und 'alles auf den Tisch legen' aus der Affäre ziehen?», fragte sich Kommunikationsexperte Roland Binz gestern auf krisenblog.ch. Er prophezeite: «Das wird definitiv nicht funktionieren.»

Versucht hat es Geri Müller an der heutigen Medienkonferenz trotzdem. «Beeindruckend wie Geri Müller vor den Medien die Hosen runter lässt. Und das komplett angezogen», so Twitter-User Matthias Hauser.

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Noch während die Pressekonferenz lief, ging die Online-Diskussion unter dem Hashtag «Gerigate», die Twitter-Gemeinde reagiert auf den Auftritt von Müller fast ebenso intensiv wie auf die Berichterstattung am Sonntag.

Twitter-User «Markus vom Toggenburg» bedankt sich bei Müller für «die offenen Worte an der Medienkonferenz» und ergänzt: «Nein, es ist keine dunkle Seite. Nur menschlich.» – «Mir tut er echt leid», heisst es weiter.

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Ein Mitglied der Twitter-Community wirft eine wichtige Frage auf: «Starke Vorstellung von Geri Müller zum #gerigate. Story erscheint in ganz anderem Licht. Gute Krisenkommunikation. Karriere trotzdem kaputt?»

Die Antwort fällt unterschiedlich aus: «Müller meint, er wolle sein Amt weiterhin ausüben, wenn es irgendwie möglich sei. War ja klar, dass er sich durchwinden wird…», meint einer.

Ein anderer User vermutet finanzielle Hintergründe: «Bei 250'000 Franken pro Jahr zurücktreten? Sicher nicht! Ich bin doch nicht blöd. Für mich: Ein Skandal! Arroganz der Politklasse!».

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Andere nehmen Müller in Schutz: «Ich finde, Sexselfies reichen nicht für einen Rücktritt. Ist Privatsache.»

Ein User fasst zusammen: «Von #gerigate zu #gerigatenid – Aber eigentlich ist immer noch Aussage gegen Aussage. Wem soll man nun glauben?» (nro)

Der Liveticker zur Medienkonferenz zum Nachlesen von Anfang bis zum Schluss:

Liveticker zur Selfie-Affäre: Geri Müller nimmt Stellung