Für die Suche nach einem Tiefenlager für radioaktive Abfälle in der Schweiz wurden zahlreiche Berichte und Gutachten erstellt. Sechs Regionen kommen in Frage. Zum Abschluss der ersten Etappe der Standortsuche beginnt nun eine dreimonatige öffentliche Anhörung.Bis im November können sich Bevölkerung, Parteien, Organisationen, Kantone und Nachbarstaaten zur ersten Etappe des Sachplans geologisches Tiefenlager äussern. Das Bundesamt für Energie (BFE) sowie die Kantone laden zudem zu Informationsveranstaltungen ein.

Den Auftakt macht am Mittwochabend die Region Bözberg (AG). Danach folgen Anlässe in den Regionen Jura-Südfuss (SO und AG), Nördlich Lägeren (AG und ZH), Zürcher Weinland (ZH und TG), Südranden (SH) sowie in der Region Wellenberg (NW und OW).

"Der Zeitpunkt für die öffentliche Diskussion ist jetzt gekommen", heisst es in einer vom BFE veröffentlichten Broschüre. Nach der Anhörung wird der Bundesrat vermutlich Mitte 2011 entscheiden, welche Standorte weiter im Auswahlverfahren bleiben.

202 Ortschaften betroffen

Insgesamt kommen 202 Ortschaften für ein Tiefenlager oder Bauten an der Oberfläche auf ihrem Gemeindeboden in Frage, davon 12 in Deutschland. In der zweiten Etappe sollen sich die Standortregionen in einer "regionalen Partizipation" einbringen können.

Dafür wurden in den Regionen Startteams mit einer Geschäftsstelle gebildet. Sie sollen als Vorbereitungsgruppe die eigentliche "regionale Partizipation" aufbauen. In Etappe 2 werden auch wirtschaftliche, ökologische, und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt.