CVP warnt vor Scherbenhaufen

Es ist unbestritten: Die Limmattalbahn ist ein wichtiges Projekt für die Entwicklung des Limmattals, dies teilte die CVP in einer Pressemitteilung am Dienstag mit. Ohne die Bahn werde das zusätzliche Verkehrsaufkommen in dieser stark wachsenden Wirtschaftsregion in Zukunft nicht mehr abgedeckt werden können. Gemäss CVP gelange das Projekt trotz dieser Vorteile in Bedrängnis, es könne sogar scheitern. Denn entlang der Strecke, in Zürich Altstetten, Schlieren und Dietikon, habe sich massiver Widerstand formiert. Die Kritik richte sich hauptsächlich gegen die Linienführung. Die Bevölkerung befürchte mehr Pendlerströme zulasten des Lebens in den Quartier- und Stadtzentren. Man wolle vermeiden, dass die heute bereits sehr stark belasteten Zentren noch zusätzlich an Kapazität im Bereich Motorisierter Individualverkehr (MIV) und Langsamverkehr verlieren.

Aus diesen Gründen geniesse das Projekt zurzeit eindeutig zu wenig Rückhalt in der Bevölkerung, wie die CVP betont. Gründe hierfür seien ein mangelnder Einbezug der Bevölkerung, Intransparenz bei der Streckenfestsetzung und eine fehlende Gesamtschau in Bezug auf die Verkehrs- und Siedlungsplanung im Limmattal. In diesem Zusammenhang sei es zu begrüssen, dass der Regierungsrat sich im Gesamtpaket ebenfalls mit über 100 Mio für die dringend notwendigen flankierenden Massnahmen ausspreche. Damit werde es möglich viele der heute bestehenden Verkehrsprobleme zu lösen oder zumindest deutlich zu entschärfen.

Um zu vermeiden, dass das Projekt Schiffbruch erleide, brauche es echte Mitgestaltungsmöglichkeiten für die Betroffenen. In der Stadt Zürich sei der Stadtrat gefordert, unabhängig von der Limmattalbahn, eine quartierverträgliche Lösung für das Zweier-Tram zu finden. In Schlieren brauche es eine tragfähige Lösung im Spitalquartier und in Dietikon sei die aktuelle Streckenführung zum Bahnhof unbefriedigend. Hier seien Regierung und Verwaltung gefordert. Werde es nicht gelingen, die betroffene Bevölkerung ins Boot zu holen, drohe ein Konflikt wie Stuttgart 21, oder das Projekt würde an den politischen Mehrheiten scheitern. 

Stimmberechtigte aus Winterthur oder dem Zürcher Oberland werden sich gut überlegen, ob sie eine halbe Milliarde ausgeben wollen für ein Projekt, das die Limmattaler Bevölkerung, die mutmasslich am meisten davon profitieren würde, gar nicht will.

Die CVP sieht die positiven Aspekte der Limmattalbahn. Sie werde sich aber dafür einsetzen, dass die Limmattalbahn nicht über die Köpfe der betroffenen Bevölkerung hinweg geplant werde. Es soll keinen Scherbenhaufen geben. 

Trotz fehlender Planung von Velostrassen findet die GLP «ja, zur Limmattalbahn»

Gemäss der GLP würde die Agglomeration mit der Limmattalbahn ein leistungsfähiges und sicheres Verkehrsmittel erhalten. Begrüsst wird die klare Vorgabe der Linienführung der Limmattalbahn und die Verkehrsentlastung der Zentren von Dietikon und Schlieren, durch Konzentration des Individualverkehrs auf der Achse Bern- und Ueberlandstrasse. Ebenfalls unterstützt die GLP, wie der Regierungsrat, weiterhin die neue Linienführung der Tramlinie 2 via Bahnhof Altstetten.

Den Grünliberalen fehle im Antrag des Regierungsrates das Fahrrad (Velo) als wichtiges Verkehrsmittel. Bei einem Projekt in der Grösse von 782 Millionen Franken mit Auswirkung auf alle Verkehrsströme, würden Veloschnellstrassen, -strassen und –wege zwingend in die Planung gehören.

Die Grünen befürworten die Limmattalbahn als Feinverteiler zwischen Limmattaler Zentren

Zusammen mit der S-Bahn werde die Limmattalbahn das Rückgrat des ÖV im Limmattal bilden. Gemäss der Grünen, sei dabei die ideale Anbindung der Limmattalbahn an die bestehenden Bahnhöfe Altstetten, Schlieren und Dietikon und damit das Gewährleisten eines einfachen und zeitsparenden Umsteigens auf die anderen öffentlichen Verkehrsmittel am wichtigsten. Ebenso bedeutend sei der Anschluss von publikumsintensiven Anlagen wie z.B. dem Limmattal Spital oder der Kantonsschule Urdorf. 

Die Grünen unterstützen daher die im Richtplan eingetragene Linienführung. Gleichzeitig werde gefordert, dass die Anstrengungen für eine Lösungsfindung bezüglich Linienführung mit den Gemeinden Dietikon und Schlieren dringlich vorangetrieben werden und der Dialogprozess betreffend Tramergänzung Altstetten zügig abgeschlossen werden kann. 

Ziel solle schlussendlich sein, ein möglichst breites Publikum zum Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖV zu bewegen. Zusätzlich sollten die Stadtzentren durch die Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf die Bern- und Überlandstrasse nachhaltig entlastet und qualitativ aufgewertet werden. Konsequenterweise dürften die dafür notwendigen Anpassungen am Strassennetz insgesamt nicht zu einer Kapazitätssteigerung beim motorisierten Individualverkehr führen, sondern eine Attraktivitätssteigerung für den Fuss- und Veloverkehr bewirken.

Widerstand gegen die Linienführung besteht: Trotzdem äussert sich die SP Pro

Gemäss der SP habe der Regierungsrat in Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau und dem Bund die Realisierung der Limmattalbahn gut auf die Schiene gebracht. 

Sinnvoll wäre es, dass dem durch das Bevölkerungswachstum angestiegenen Bedürfnis nach Mobilität im Limmattal, mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs begegnet werde. Obwohl auch die SP die Linienführuing kritisiere, sei sie der Meinung, dass der raschen Realisierung nichts im Wege stehen sollte und, dass auch für dieses Problem eine Lösung gefunden werde. (amo)