(Beitrag von Dominik Wyss, Grüne, Aarau)

Beim Wettbewerb zum Ersatz der Kettenbrücke in Aarau kürte ein Preisgericht bestehend aus Bauingenieuren, Architekten und der Aarauer Stadtpräsidentin Jolanda Urech das Projekt “Pont Neuf“ zum Sieger. Irgendwie “übersah“ dieses Gremium dabei die Ortsbildschutzvorgaben des Bundes.

Aarau hat gemäss dem vom Bund erstellten Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) ein Ortsbild von nationaler Bedeutung. In diesem Inventar steht wörtlich: “Der breite Flussraum der Aare mit dem unverbauten Uferbereich vor der Altstadt (…) gehört zu den wichtigsten Umgebungsbereichen der Stadt Aarau.“ Die Zone “Uferbereich vor Altstadt“ wird als “unerlässlicher“ und “empfindlicher“ Teil mit “besonderer Bedeutung“ für das Ortsbild taxiert. Gerade dieser Bereich würde mit dem vorliegenden Projekt durch die massiven Betonmauern zerstört. Bei einem blossen Ersatz des Brückenoberbaus ohne Neugestaltung des Aareufers (was die Stadtkasse überdies mit bloss 3 statt 10 Millionen belasten würde) könnten die mit Bäumen und Hecken bewachsenen Böschungen erhalten bleiben.

Dass ein aus lauter Fachleuten zusammengesetztes Gremium rechtlich verbindliche Grundlagen einfach “übersieht“, ist beschämend. Da bleibt nur zu hoffen, dass das Aarauer Stimmvolk mit einem NEIN zum „Pont Neuf“-Projekt am 28. September korrigierend eingreift!

Dominik Wyss, Grüne Aarau