Der DS5 Hybrid von Citroën ist ein aussergewöhnliches Fahrzeug. Denn noch sind die Diesel-Hybriden absolute Exoten; die Kombination eines Selbstzünders, der die Vorderräder antreibt, und eines Elektro-Motors, der auf die Hinterräder wirkt, ergibt aber durchaus Sinn. Weil sie aus dem Citroën ein allradgetriebenes Fahrzeug macht.

Und weil der DS5 mit diesem Antrieb durchaus sparsam wird: Im Testbetrieb belief sich der Verbrauch auf 5,7 Liter. Das ist für ein 200 PS starkes Fahrzeug mit den entsprechenden Fahrleistungen ein mehr als nur akzeptabler Wert. Ob sich der hohe technische Aufwand allerdings lohnt, das darf man durchaus infrage stellen – ein moderner Diesel schafft solche Werte problemlos auch. Ausserdem müsste man den klassischen Selbstzünder nicht mit diesem unsäglichen robotisierten Getriebe bestellen, das uns nun schon bei verschiedenen Citroën keine Freude bereitet hat, sondern könnte, zum Beispiel beim ganzen neuen 180-Pferder, auf einen ganz profanen manuellen 6-Gänger zurückgreifen.

Der DS5 basiert auf dem Citroën C4. Das hat zur Folge, dass das Top-Modell der DS-Reihe optisch ein wenig nach Oberklasse aussieht, sich die Innenraum-Abmessungen aber mit einem VW Golf vergleichen lassen müssen. Dieser Punkt wird beim DS5 oft bemängelt (und auch, dass er leider nicht über ein hydropneumatisches Fahrwerk verfügt, das unbedingt zu ihm gepasst hätte). Doch dem nicht wirklich grossartigen Interieur Erlebnis im DS5 wirkt Citroën jetzt mit einer Sonderausstattungslinie entgegen, die auch für den DS3 und den DS4 erhältlich ist: Faubourg Addict. Die Bezeichnung ist eher etwas für Insider, eine «Faubourg» wäre ja eigentlich eine Vorstadt (und dann wohl nicht sehr modisch), doch Citroën spricht wohl mehr auf die Rue Faubourg Saint-Honoré in Paris an, eine der edelsten Modestrassen der Welt. Es gibt folglich eine ganz spezielle, sehr schicke Aussenfarbe, «whisper» genannt, also so etwas wie Lila-Purpur. Vor allem aber sollen es die exklusiven Personalisierungen sein, die Faubourg Addict dann unwiderstehlich machen: Diamantgeschliffene Felgen, Lasergravur auf den Aussenspiegelgehäusen und DS-Dachaufkleber wollen die Schlüssel zu einer Welt der Eleganz und des Luxus à la française werden.

Uns haben die wunderbaren Ledersitze am besten gefallen, die so liebevoll verarbeitet werden wie ein teures Armband einer edlen Uhr.
Den DS5 gibt es schon ab 29’350 Franken; ein Kampfpreis für solch ein Schmuckstück. Als DS5 Hybrid Faubourg Addict werden dann allerdings satte 51’900 Franken fällig – und das ist dann viel Geld, das wohl nur Liebhaber der Marke oder der französischen Lebensart investieren werden wollen. Das ist auch verständlich, denn diese Sonderausstattungen sind auf dem Gebrauchtwagen-Markt ganz sicher das Geld nicht wert, das man für sie bezahlt hat. Wer aber das Besondere sucht, ein Fahrzeug, das man nicht an jeder Strassenecke sieht, der dürfte mit dem aussergewöhnlichen Franzosen glücklich werden.