Nach Angaben der Veranstalter zogen am Samstag rund 16'000 Menschen zum Berliner Kanzleramt. In Köln protestierten demnach etwa 20'000 Menschen an der Deutzer Werft. Sie forderten die Politiker zum Handeln auf. Die Klimakrise sei "längst bittere Realität", erklärten die Organisatoren.

Die Polizei nannte niedrigere Teilnehmerzahlen. Nach Angaben der Beamten in Berlin kamen "über 5000" Menschen zum Kanzleramt, die Polizei in Köln gab die Zahl der Demonstranten mit "10'000 bis 12'000" an.

Zu den beiden Demonstrationen aufgerufen hatte ein breites Bündnis von Umweltverbänden und anderen Nichtregierungsorganisationen, darunter auch Greenpeace, der Nabu und der WWF. Die Leiterin von Greenpeace International, Jennifer Morgan, sagte der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf die Debatten über den Kohleausstieg, Deutschland sei nach ihrer Ansicht "im Moment fast das wichtigste Land für den Klimaschutz".

Die Doppel-Demonstration einen Tag vor dem Beginn der Uno-Klimakonferenz in Polen stand unter dem Motto "Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt!" Gefordert wurde unter anderem, bis 2020 die Hälfte der Kohlekraftwerkskapazitäten in Deutschland abzuschalten. "Keine Kohle für die Kohle", stand auf Transparenten, ausserdem forderten die Demonstranten die Rettung des Hambacher Forsts, der in Teilen dem nahegelegenen Kohlekraftwerk weichen soll.

Kritik übte das Bündnis auch an der deutschen Regierung. Nachdem diese die Verhandlungen der Kohlekommission ins kommende Jahr verschoben habe, stehe sie nun in Kattowitz "mit leeren Händen da", erklärten die Organisationen. "Die Bundesregierung hat das Klimaziel 2020 aufgegeben, obwohl sie es durch entschlossenes Handeln noch erreichen könnte", hiess es weiter.