«Die Gemeinde steht hinter dem Projekt Flügerlispielplatz – wir kämpfen drum», versicherte der Endinger Gemeindeammann Ralf Werder an der Gemeindeversammlung. Traktandiert war die Zukunft des beliebten und inzwischen schweizweit wohl bekanntesten Waldspielplatzes – der gemäss Kanton gesetzeswidrig ist und deshalb spätestens bis Ende März 2019 abgebaut werden soll – zwar nicht. Der «Flügerlispielplatz» kam aber erwartungsgemäss unter «Verschiedenem» ausgiebig zur Sprache.

Kein vorauseilender Gehorsam

«Das Thema beschäftigt uns», stellte Ralf Werder fest. «Der Flügerlispielplatz ist uns ans Herz gewachsen. Seit sich das Dossier beim Gemeinderat befindet, setzen wir uns für diesen Spielplatz ein.» Wie er erklärte, hat die Gemeinde inzwischen ein Wiedererwägungsgesuch an den Kanton gerichtet.

Zu den Argumenten, mit denen beim Kanton die Aufhebung des Spielplatzes gefordert wird – kritisiert wird unter anderem das Fehlen einer Trägerschaft – wies er darauf hin, dass es stets eine faktische Trägerschaft für den Spielplatz gegeben habe, den der heute 76-jährige ehemalige Lehrer Alban Killer 2005 zusammen mit Schülern gestaltet hat. «Der Gemeinderat», so Ralf Werder, «hat jetzt aber entschieden, die Trägerschaft und damit die Verantwortung für den Spielplatz zu übernehmen. Wir haben das gegenüber Regierungsrat Attiger bestätigt. Sobald wir eine befristete Bewilligung für den Spielplatz haben, werden wir die Bildung der Trägerschaft angehen. Wir wollen aber auf keinen Fall Alban Killer oder die Vereine verdrängen, die sich bisher für den Spielplatz eingesetzt haben. Sie sollen weiterhin helfen können.»

Als «anspruchsvollsten Teil» des Bestrebens, eine Bewilligung für den Spielplatz zu erhalten, bezeichnete der Gemeindeammann die Bestimmung der Grösse des Platzes. Bei einer Begehung sollen nun diese Grösse und auch die Ausgestaltung abgeklärt werden. «Eins ist sicher», so Ralf Werder, «der Spielplatz bleibt bestehen, bis ein Entscheid vorliegt.»
Ein Abriss des «Flügerlispielplatzes» komme nicht infrage, betonte Deborah Schneider im Namen der Petitionärinnen, die auf der Online-Plattform petitio.ch eine Petition für den Erhalt des Spielplatzes aufgeschaltet haben. «Wir wollen, dass der Spielplatz bestehen bleiben kann.» Inzwischen ist das von Sarah Schmid-Kienle lancierte Begehren von mehr als 1000 Personen unterzeichnet worden.

Alles einstimmig genehmigt

Die ordentlichen Traktanden der Gemeindeversammlung wurden alle einstimmig und ohne Diskussion gutgeheissen. So das Budget 2019, das bei einem unveränderten Steuerfuss von 111 Prozentpunkten einen Ertragsüberschuss von 85'000 Franken vorsieht; die Mehrjahreskredite für die Sanierung von Gemeindestrassen (300'000 Franken) und Werkleitungen (120'000 Franken) sowie der Kredit für die Erstellung einer Ringleitung im Zusammenhang mit einer Strassensanierung (150'000 Franken). Genehmigt wurden ebenfalls verschiedene Reglemente. Einstimmig gutgeheissen wurden auch die Einbürgerungen. Unter den neuen Endinger Gemeindebürgern befindet sich der Eurosport-Kommentator und einstige Radprofi Jean-Claude Leclercq, der seit vielen Jahren in Endingen lebt.

Unter «Verschiedenem kam es zu einem Schlagabtausch zwischen dem Gemeindeammann und dem Verfasser eines Flugblattes, in dem die Behörde, und insbesondere die Bauverwaltung, aufs Gröbste angegangen werden. Der Gemeindeammann verwahrte sich gegen die Anschuldigungen und signalisierte Gesprächsbereitschaft.