Sie kamen in Scharen: Gut und gerne 200 Leute fanden am Samstag den Weg durch den Schneesturm zum frisch sanierten Hallenbad Walzimatt in Menziken. Nicht nur die Menziker Bevölkerung wollte wissen, wohin ihre Steuergelder in den letzten zehn Monaten flossen. Auch viele Wynentaler waren neugierig auf ihre neue Badi. Bis die Interessierten jedoch die sanierten, erweiterten Räumlichkeiten entdecken und das neue Bad bestaunen konnten, mussten sie für den Eröffnungsakt mit Grussbotschaften und Musikeinlagen in der Kälte ausharren. «Zum Glück ist heute nicht schönes Wetter, sonst wären Sie wohl alle auf der Skipiste», kommentierte Gemeinderat Hans Heinrich Leuzinger die Witterung und freute sich über die zahlreichen Besucher.

Kanton beteiligt sich an Kosten

Für die Einweihung der über vierzig Jahre alten «Walzimatt» reiste an diesem garstigen Januarmorgen auch Landammann und Sportminister Alex Hürzeler ins Oberwynental. «Frei- und Hallenbäder sind wichtige Infrastrukturen der Sportförderung, insbesondere im Breitensport», so der Regierungsrat in seiner Ansprache. Er sei froh um die zahlreichen Bäder im Aargau. Er bedankte sich zudem bei den Menziker Stimmbürgern für den Mut und den Entscheid, das Hallenbad trotz hoher Investitions- und Unterhaltskosten auf den neusten Stand zu bringen. «Gerne hat sich der Kanton Aargau mit einem namhaften Beitrag aus dem Swisslos-Sportfonds an der Sanierung und Erweiterung beteiligt und so zum Erfolg des Projekts beigetragen», so der Sportminister.

«Es ist nicht alltäglich bei unserer Finanzlage in Menziken, dass wir einen so grossen Beitrag in ein Hallenbad investieren können», sagte Gemeinderat Hans Heinrich Leuzinger. Die Gemeinde Menziken sprach 2017 einen Kredit von fast 5 Millionen Franken. Wie hoch der kantonale Beitrag an die Sanierung sein wird, wollte Gemeinderat Leuzinger noch nicht verraten. «Dafür wollen wir die definitive Bauabrechnung abwarten», sagte er. Klar sei, dass das Projekt im Budget bleiben werde. «Ich freue mich, Ihnen heute ein topsaniertes Bad zu präsentieren», so der Gemeinderat weiter. Vielleicht trage das neue Hallenbad dazu bei, die Vision der Regionalisierung einer Freizeitanlage eines Tages umzusetzen und so die Kosten in Zukunft mit anderen Gemeinden teilen zu können. Bauleiter Thomas Weber von der Energie Haustechnik Weber AG fasste die ausgeführten Arbeiten zum Schluss zusammen. Damit das Bad am Samstag so präsentiert werden konnte, hätten alle nochmals einen riesigen Einsatz leisten müssen. Es wurde auch zwischen Weihnachten und Neujahr gearbeitet.

Farbenfrohes und modernes Bad

Dann kam der lange ersehnte Moment: der offizielle Eröffnungsakt. Landammann Alex Hürzeler durchschnitt das rote Band zum Bad und die künftigen Badigäste strömten ins neue Hallenbad – nach fast einer Stunde draussen, rein an die Wärme.

Das Resultat der Sanierung lässt sich sehen. Die «Walzimatt» erstrahlt in neuem Glanz. Wo einst dunkelbraune Kacheln die Wände zierten, leuchten den Besuchern hellblaue entgegen. Der alte beige Boden wurde durch einen trittsicheren blauen Plättliboden ersetzt. Die Garderoben sind neu – die Frauendusche mit gelben, die Männerdusche mit grünen Kacheln ausgestattet – und die Garderobenkästli erhellen die Umkleiden mit einem satten Orange.

Neu gibt es ein Kinderplanschbecken mit Fontäne, eine Ecke mit Liegestühlen und – wohl das Highlight für die kleinsten Wasserratten – eine Rutschbahn, die eine Kurve nach draussen macht und in einem abgetrennten Wasserbecken mündet. «Schade, habe ich keine Badhose dabei», bedauert ein fünfjähriges Mädchen, das sich schon auf den 12. Januar freut. Ab dann herrscht im Hallenbad wieder der Regelbetrieb – zwar mit höheren Eintrittspreisen (8 Franken), jedoch mit erweiterten Öffnungszeiten, wie Gemeinderat Leuzinger verriet.

Grosse Freude am Weber-Bild

Aber auch Altbekanntes ist im renovierten Bad zu finden. So ist das Weberbild mit den Fischen, das ursprünglich der Sanierung weichen sollte, wieder an seinem angestammten Platz. «So super, dass es wieder hier oben hängt», freuten sich etwa der langjährige ehemalige Badmeister Wilfried Aeschbach und seine Frau. Er konnte sich noch daran erinnern, wie er Maler Adolf Weber geholfen hatte, es aufzuhängen. Einer Besucherin fehlten auf den ersten Blick die Bänkli, wo sie jeweils ihr Badtüchli deponierte. «Sonst gefällt mir aber das neue Bad super», sagte sie. Der eine oder andere Input kam am Samstag auch Gemeinderat Leuzinger zu Ohren. «Die verschiedenen Anliegen werden wir prüfen und nach Möglichkeit berücksichtigen», sagte er – die Bänke seien eines davon.