«Bedeutende Weichenstellungen für die Zukunft der Gemeinde Burg» so nannte der Gemeinderat die Beschlüsse der Budgetgemeindeversammlung im November. Damals stimmte der Souverän drei für das Dorf grossen Investitionen von insgesamt 2,282 Millionen Franken zu: So wurden Verpflichtungskredite für den Neubau des Wasserreservoirs (1,787 Millionen Franken), die Sanierung der Hinterfeldstrasse (410 000 Fr.) und die Erneuerung des Schulmobiliars (85 000 Fr.) gesprochen.

«Für die 1033-Seelen-Gemeinde eine hohe Belastung», sagt Gemeindeammann Marcel Schuller (parteilos, 49) auf Anfrage der AZ. Er sei froh, dass die Bevölkerung so hinter dem Gemeinderat stehe. Für das kommende Jahr wurde mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 122 Prozent budgetiert.

Damit sind die unmittelbaren Zukunftspläne für die mit 0.94 Quadratkilometer zweitkleinste Gemeinde des Kantons Aargau jedoch noch nicht abgeschlossen. Wie in vielen anderen Gemeinden wurde auch auf der Burg in der Vergangenheit aus Kostengründen relativ wenig in die Infrastruktur investiert. 

«Einiges in Bewegung»

An der Wintergmeind präsentierte der Gemeinderat eine ganze Liste von geplanten Projekten: «In der Gemeinde Burg ist einiges in Bewegung», hiess es. Und auch der Gemeindeammann sagt: «Wir arbeiten sukzessive daran, attraktiver zu werden». Dass sich der Gemeinderat dieses politische Ziel gesteckt hat, zeigen die verschiedenen laufenden Pilotprojekte. Dabei werde die Gemeinde zwar nicht günstiger, aber: «Wir versuchen mit den gleichen Kosten einen besseren Service public anzubieten», so der Gemeindeammann. 

Nicht den gewünschten Effekt

Seit diesem Jahr wird etwa der Kehricht der Gemeinde nicht mehr nur alle zwei Wochen abgeholt, sondern wöchentlich. Die Kosten sind aber dank der Mithilfe des Leiters Bauamt in etwa gleich geblieben. «Im Moment laufen Gespräche, ob die Kehrichtabfuhr künftig zusammen mit der Gemeinde Menziken organisiert werden soll», sagt Marcel Schuller. 

Im 2016 genehmigte der Souverän die neue Bau- und Nutzungsordnung. Dabei wurden verschiedene Parzellen der Dorfkernzone zugewiesen. Zum einen plant nun der Gemeinderat das Grundstück auf dem das Bauamt mit dem alten Feuerwehrmagazin und einer Lagerhalle steht, zu verkaufen. Gleichzeitig soll ein Ersatzbau für das Bauamt realisiert werden. «Das Bauamtsareal ist eine Premiumbauzone», sagt der Gemeindeammann. Dort wäre eine Überbauung denkbar. Ein weiteres entwicklungsfähiges Areal findet sich in der Nähe des Schulhauses, an der Dorfstrasse. Unter dem Hashtag «burgentwickeln» laufen Planungen und Verhandlungen mit der Implenia (Schweiz) AG und Husistein & Partner AG.

Die Gemeinde Burg will bezahlbaren und attraktiven Wohnraum bieten. Um so lange wie möglich die Eigenständigkeit zu bewahren, ist dies gemäss Marcel Schuller unabdingbar: «Wir können nur unabhängig bleiben und agieren, indem wir das Steuereinkommen der Gemeinde erhöhen.» Dies wiederum gehe nur, wenn ein gesunder Mittelstand auf die Burg komme. Mit Steuerfusserhöhungen allein kann die Finanzlage nicht nachhaltig verbessert werden. Ein Steuerprozent macht jetzt auf der Burg rund 15 000 Franken aus.

Kinderbetreuung als Bedürfnis

Nicht nur mit Bauprojekten will die Gemeinde ein attraktives Umfeld schaffen. Auch in Sachen Schule und Kinderbetreuung legt sie sich ins Zeug. So will der Gemeinderat angesichts der Einführung des Lehrplans 21 die EDV modernisieren. «Damit sind wir gerüstet für die Einführung des neuen Lehrplans», sagt Gemeindeammann Schuller. Für die rund 61 Burger Primarschüler und 12 Kindergärtner wurde im letzten Sommer eine gemeindeeigene Kinderbetreuung organisiert. «Momentan nützen 12 Kinder den Mittagstisch», so Schuller. Die Gemeinde hoffe auf weitere Anmeldungen. Eine konkrete Zahl nennt die Gemeinde jedoch nicht. «Ziel des Gemeinderats ist, das Bedürfnis der Bevölkerung optimal abzudecken», sagt der Gemeindeammann.