Zuerst noch ein Kuss von der Freundin, dann muss Mirco B. vor dem Militärrichter in Zürich antraben. Sein Vergehen: Er hatte das Sturmgewehr im Juli des letzten Jahres nicht bei sich zuhause, sondern bei der Freundin in Lenzburg gelagert.

«Der junge Mann hat sich entschieden, die Waffe gesichert und ohne Verschluss vorübergehend bei einer ihm bekannten Person zu deponieren», erklärt Alexander Kernen, der Anwalt von Mirco B., gegenüber Tele M1. Eigentlich wollte Mirco damals nach dem Besuch der Freundin noch ans obligatorische Schiessen gehen, doch er liess dies ausfallen und verbrachte einen romantischen Abend mit seiner Freundin bei ihr zuhause in Lenzburg. Das Gewehr deponierte er unter dem Bett der Freundin; für die Militärjustiz ein Vergehen.

Sturmgewehr "im Stich gelassen"

„Missbrauch und Verschleuderung von Material, in dem der Angeklagte einen Teil seiner persönlichen Ausrüstung, namentlich das ihm anvertraute Stgw 90, ausserdienstlich vorschriftswidrig bei einer ihm befreundeten Person in einer unsicheren Umgebung aufbewahrt, bzw. dort im Stich gelassen hat“, heisst es in der Anklageschrift.

Unter dem Bett, «im Stich gelassen», bleibt die Armeewaffe liegen, bis sie vom Ex-Freund der Wohnungsbesitzerin gefunden wird. Dieser wollte noch einige Kleidungsstücke abholen, welche er bei ihr nach der Trennung vergessen hatte. Besagter Ex meldet den Fund umgehend bei der Polizei. «Ich kann mir gut vorstellen, dass man jemandem einfach Schaden zufügen wollte», sagt der Anwalt Alexander Kernen.

Doch der Plan geht nicht auf, am Ende spricht das Militärgericht den jungen Aargauer frei. (AZ)