Es ist Ruhe eingekehrt in der Storchen- und Wildvogelpflegestation in Möhlin. Gerade an den Regentagen kommen weniger Besucher. Und die meisten Störche sind ausgeflogen, irgendwo in wärmere Gefilde, etwa nach Spanien. Nur etwa 20 der Vögel bleiben jeweils auch in den Wintermonaten in der Region. Es sind Störche aus dem Ansiedlungsprogramm, denen der Zugtrieb fehlt. «Sie sind sporadisch in der Station, verbringen aber die meiste Zeit auf den Feldern in der Umgebung von Möhlin», sagt Bruno Gardelli, Leiter der Storchen- und Wildvogelpflegestation.

Zu tun haben Gardelli und die Helfer in der Station aber trotzdem. Auch über die Feiertage über Weihnachten und Neujahr gibt es einen Dienstplan. In der Wildvogelpflegestation leben derzeit neben den Störchen auch fünf Pfleglinge und gegen 50 Dauergäste. Zwei Schneeeulen, zwei Uhus, über ein Dutzend Rebhühner etwa und mehrere Enten. «Es gilt deshalb, jeden Tag die Gehege zu reinigen, die Vögel zu füttern und die Pfleglinge zu versorgen», sagt Gardelli.

Planung für Sanierung

Im Januar beginnt er mit der Instandstellung der Infrastruktur. Gardelli wechselt in den Gehegen Äste aus, schneidet Büsche und Hecken zurück oder reinigt die Weiher auf dem Gelände. Aber auch im Hintergrund gibt es einiges zu tun. Denn Gardelli arbeitet seit seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr an Sanierungsplänen für die Station. «Die Volieren sind teilweise fast 50 Jahre alt. Es wäre deshalb schön, wenn wir die Anlage modernisieren könnten.»

Gardelli schwebt «keine Luxuslösung» vor, wie er sagt. Das Ziel sei es aber, die Lebensbedingungen der Vögel in der Station zu verbessern. Sie sollen auch hier in einem möglichst naturnahen Lebensraum leben können. Ausserdem könnten spezielle Volieren für Pfleglinge entstehen. Gardelli wünscht sich, dass die verletzten oder geschwächten Vögel «besser vor Wind und Wetter geschützt und von den Besuchern abgeschirmt» werden können – der Stress für sie ist so schon gross genug.

Auf Sponsorensuche

Bruno Gardelli hat in den vergangenen Monaten bereits Kostenvoranschläge für die Sanierung der Volieren eingeholt und sie mit dem Vorstand des Vereins Natur- und Vogelschutz Möhlin – dem Trägerverein der Station – besprochen. Derzeit laufe die Sponsorensuche, sagt Gardelli und spricht davon, dass «wir einige Möglichkeiten in Aussicht haben». Gleichzeitig möchte er den bestehenden Sponsoren und Gönnern danken.

«Die Idee ist es, dass wir vielleicht schon 2019 einige der Volieren sanieren können.» Danach sollen nach und nach die weiteren Volieren folgen. Das ganze Projekt in einem Zug umzusetzen, sei einerseits aus finanziellen Gründen kaum möglich. Andererseits auch aus organisatorischer Sicht: «Wenn wir die Volieren nach und nach sanieren, können wir ihre Bewohner für die Bauzeit innerhalb der Station umsiedeln und müssen sie nicht auf umliegende Stationen verteilen», erklärt Gardelli. 2020 feiert die Storchen- und Wildvogelpflegestation in Möhlin ihr 50 Jahre-Jubiläum. Wenn alles gut läuft mit ein paar bereits sanierten Volieren.