Seit Anfang Woche wird in Ueken am Startlebach gebaut: In den kommenden drei Wochen soll eine neue krebsgängige Rampe für den seltenen Dohlenkrebs entstehen. Der in der Schweiz gemäss Roter Liste als stark gefährdet eingestufte Dohlenkrebs Austropotamobius papilles kommt im Kanton Aargau noch in einigen Populationen vor – auch im Fricktal.

Etwa in Gansingen, Densbüren, Olsberg und Magden. Der Staffeleggbach in Herznach und Ueken beherbergt sogar eine Dohlenkrebspopulation von nationaler Bedeutung. Im Startlebach, einem Zufluss des Staffeleggbachs, kommt der Dohlenkrebs ebenfalls noch vereinzelt vor. Die Verbindung der beiden Gewässer ist für den Krebs aber durch eine steile Rampe blockiert.

Blockade wird aufgehoben

Die neue Blockrampe, an der bis im September gebaut wird, soll die Blockade aufheben. Ziel der neuen krebsgängigen Rampe ist die Vernetzung der beiden Dohlenkrebspopulationen im Staffeleggbach und im Startlebach. So soll durch die Rampe den natürlichen Austausch von Tieren zwischen den beiden Gewässern ermöglicht werden. Dies wiederum ist wichtig, um das langfristige Überleben der Populationen zu sichern – auch im Fall einer Gewässerverschmutzung oder einer Trockenperiode.

Zudem ermöglicht die Vernetzung auch die selbstständige Wiederbesiedlung, sollte der Bestand aufgrund einer Katastrophe verloren gehen. «Insgesamt kann mit der geplanten Vernetzungsmassnahme der wichtige Dohlenkrebsbestand im Einzugsgebiet des Staffeleggbachs nachhaltig gestärkt werden», hiess es im Frühjahr bei der Planauflage im Projektbeschrieb der Gemeinde.

Im September ist Rampe fertig

Am Montag haben die Arbeiten unterhalb des Strassendurchlasses an der Hauptstrasse in Ueken begonnen. Zunächst finden die Holzarbeiten an der Ufergehölzen statt. Die Bauarbeiten sollen Mitte September abgeschlossen sein. Dann kann sich die Bevölkerung die neue Rampe anschauen. Geplant ist eine Führung mit Fachpersonen, bei der auch Krebse gesucht werden.

Der Dohlenkrebs war früher in Westeuropa weit verbreitet. Die durch amerikanische Krebse eingeschleppte Krebspest, Verschmutzung und Verbauung haben allerdings dazu geführt, dass die Bestände bis heute drastisch gesunken sind.