«Mit diesen Velobörsen wurden über 2000 Velos vor der Verschrottung gerettet und einer neuen Besitzerin oder einem neuen Besitzer zugeführt», betonte Stefan Staubli, Präsident des Muri Energie Forums. Damit wurde viel «graue Energie», also die Energie für die Herstellung, vor der Vernichtung bewahrt. Staubli hat ausgerechnet, dass diese etwa 130'000 Litern Diesel entspricht. «Damit könnte man mit einem Mittelklassewagen etwa 70 Mal um die Welt fahren.»

In einem Fahrrad sind etwa 540 kWh graue Energie enthalten. Zum Vergleich: Ein Smartphone kommt auf 42 kWh, ein Auto auf etwa 17'000 kWh. «Die Velobörse spart nicht nur Energie, sondern hat auch Vorbildcharakter und passt hervorragend zum diesjährigen Motto des Muri Energie Forums: Energie und Recycling». Ressourcenschonung erfolge nach den Kriterien Weiterverwendung, Reparatur, stoffliches Recycling, thermische Verwertung. «Pro Kopf und Jahr werden in der Schweiz ungefähr 720 Kilogramm Siedlungsabfall produziert», machte Staubli deutlich.

Stark für Langsamverkehr

Gemeinderätin Milly Stöckli führte aus, dass die Preisverleihung gut zum kürzlich verabschiedeten Leitbild der Gemeinde Muri passe. «Dort wird festgehalten, dass der Langsamverkehr gefördert werden soll.» Unter anderem geschieht dies mit der Förderung von Velowegen und der besseren Anbindung an den Bahnhof Muri. Auch der Velo-Moto-Club setze sich für einen attraktiven Langsamverkehr ein.

Es war am 30. Mai 1992, als der Verein zum ersten Mal eine Velobörse durchführte. «Wohlen hatte das schon und wir wollten versuchen, das auch in Muri auf die Beine zu stellen», erinnerte sich Josef Fahler. Die Grundidee war, dass Eltern Velos, die zu klein für ihre wachsenden Kinder geworden waren, gegen ein grösseres wechseln konnten. Es wurden damals etwa 100 Fahrräder angeliefert und davon 70 verkauft. Damit war klar, dass das Bedürfnis vorhanden war. Pro Velo wurden vier bis acht Franken verlangt, der Erlös von 294 Franken ging in die Clubkasse. Übrigens: An den 26 Velobörsen ist nie ein Fahrrad abhanden gekommen.