Nico Müller blickt mit seinen 22 Jahren bereits auf eine beachtliche Karriere im Motorsport zurück. In der Rennsaison 2014 fährt er im Audi Sport Team Rosberg erstmals in den Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) mit. Am Montag legte er einen Tag nach dem Nürburgring-Rennen bei der Amag Schinznach-Bad einen «Boxenstopp» ein, wo rund hundert Gäste im Rahmen von «Nico’s Race Lounge» die Gelegenheit benützten, in Tuchfühlung mit dem ambitionierten Audi-Werkfahrer zu gehen. Mit von der Partie war Arno Zensen, der eigens aus dem baden-württembergischen, in der Nähe von Hockenheim gelegenen Neustadt an der Weinstrasse angereiste Teamchef des 1994 von Keke Rosberg gegründeten Rennstalls.

«Im Alter von elf Jahren sass ich erstmals in einem Kart und war sofort so begeistert, dass ich bei meinen Eltern insistierte, bis ich selbst ein solches Gefährt erhielt. Dann startete ich im Rennsport und war mit 14 bereits Schweizer Vizemeister in der Kategorie Junior». So erklärte der im bernischen, zehn Kilometer westlich von Thun gelegenen Blumenstein wohnhafte Nico Müller im Interview mit Michael Sokoll den Ursprung seiner Faszination für den Motorsport. Als Fortsetzung folgte der Umstieg in die Formel Renault 2.0, in welcher er 2008 vordere Plätze belegte und 2009 als Sieger reüssierte.

Bereits erste Erfolge mit Audi

Weitere Spitzenränge resultierten 2010 (3. Platz GP3-Serie, bester europäischer Fahrer), 2011 (4. Platz GP3-Serie), 2012 (9. Platz World Series by Renault 3.5) und 2013 (5. Platz World Series by Renault 3.5). Dank seinen Erfolgen erhielt er Gelegenheit, Audi-Testfahrten zu absolvieren und kann nun 2014 vorerst mit einem Einjahresvertrag in der DTM mitmischen. Dies ist eine Rennserie für Wettbewerbsfahrzeuge, die formmässig von einem Serienfahrzeug abgeleitet sind. Unter der Haube steckt jedoch einiges mehr an Power und Technik.

So verfügt der Audi RS 5 DTM mit seinem Leergewicht von 1050 Kilogramm über einen V8-Saugmotor mit 4 Litern Hubraum und 460 PS. Nico Müller: «Die Umstellung auf diesen Boliden fordert einem schon einiges ab, denn das Fahrfeeling und die Sicht nach vorn sind ganz anders als bei den offenen Rennwagen, und ich so bin immer noch am Lernen und erlebe nebst Hochs ab und zu auch ein Tief.» Erste Erfolge haben sich bereits eingestellt, so etwa am 13. Juli mit dem 5. Rang und 10 Punkten auf dem Moscow Raceway, wo 48 Runden zu 3,931 Kilometern zurückzulegen waren.

Schweizer Markenbotschafter

Teamchef Arno Zensen setzt grosse Hoffnungen auf den jungen Schweizer, welcher seine Fähigkeiten noch am 14. September auf dem Lausitzring, am 28. September auf dem Circuit Park Zandvoort und am 19. Oktober auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg unter Beweis stellen kann. «Wir möchten gerne mit Nico weitermachen, und schätzen, dass die Verlängerung der Zusammenarbeit mit einem Zweijahresvertrag möglich sein wird.» Hansueli Bächli, Geschäftsführer der Amag Schinznach-Bad, zeigte sich erfreut darüber, dass Audi mit Nico Müller auch über einen Schweizer Markenbotschafter verfügt.