In Bözen brennt das Licht bei Bedarf – und nicht mehr, wenn weit und breit niemand unterwegs ist. Will heissen: Die Strassenlampen lassen sich dimmen. Werden durch die Sensoren Fussgänger, Velofahrer oder Autos erfasst, wird die Intensität der Beleuchtung erhöht – gezielt für einen bestimmten Strassenabschnitt und sogar vorausschauend.

Im November und Dezember ist die intelligente öffentliche Beleuchtung installiert worden auf den Kantons- und Quartierstrassen. Vizeammann Roger Frey kann bereits ein erstes erfreuliches Fazit ziehen. Er habe – obwohl das Projekt eben erst abgeschlossen worden sei – ausschliesslich sehr positive Reaktion erhalten. Und: «Sicherlich ist die Lichtverschmutzung deutlich gesunken und auch der Stromverbrauch wird sinken», hält er fest. Er erhofft sich eine Ersparnis von rund 60 Prozent – also nicht ganz so viel wie bei der Pilot-Strasse, «da zwar teilweise schon moderne, aber immer noch herkömmlich Leuchtmittel eingesetzt werden».

Hier geht gleich das Licht an – so funktioniert eine «wandernde» Strassenbeleuchtung

Hier geht gleich das Licht an – so funktioniert eine «wandernde» Strassenbeleuchtung

Auf der sanierten Verbindungsstrasse zwischen Zetzwil und Gontenschwil begleitet eine bewegungsgesteuerte Beleuchtung seit Herbst 2018 Verkehr und Fussgänger.

Rückblick: Bei der Sanierung einer Quartierstrasse musste auch die Strassenbeleuchtung neu erstellt werden. Der Gemeinderat entschied sich für die energieeffiziente LED-Technologie. Frey, zuständig für das Ressort Energie, befasste sich näher mit diversen Systemen. Schnell stand für ihn fest: Nur eine gesteuerte, intelligente LED-Beleuchtung bringt den grössten Nutzen und Gewinn.

Nicht überall dieselben Leuchten

Überzeugt von den Vorteilen der Steuerung, wurde 2016 mit der Firma eSave aus Chur eine Pilot-Strasse mit fünf intelligenten Leuchten ausgestattet und in Betrieb genommen. Die ersten positiven Erfahrungen mit einer Stromersparnis von über 90 Prozent gegenüber den alten Quecksilberdampflampen sowie die gute Akzeptanz in der Bevölkerung bewog den Gemeinderat dazu, das Projekt an der Sommergemeindeversammlung im letzten Jahr vorzulegen. Der Kredit von 240 000 Franken für das Umrüsten der Strassenbeleuchtung wurde mit grosser Mehrheit bewilligt.

Bei der Erneuerung der Strassenbeleuchtung wurden alle 134 Leuchten ersetzt. Die Kosten pro Leuchtpunkt liegen gemäss Frey bei rund 1000 Franken – inklusive kleineren baulichen Massnahmen sowie einem neuen Kandelaber, «also deutlich unter dem Budget». Als Herausforderungen bei diesem Projekt bezeichnet der Vizeammann neben der sicheren Montage der neuen Leuchten sowie den Sicherheitsnachweisen inklusive Nummerierung auch die vorgängigen Abklärungen, unter anderem mit dem Kanton.

Für die Kantonsstrassen habe eine doch eher kostspielige sogenannte Lichtberechnung durchgeführt werden müssen, die dazu noch teure bauliche Massnahmen zur Folge hatte, fügt Frey an. Anders ausgedrückt: Es habe sich leider herausgestellt, dass nicht überall dieselben Leuchten verwendet werden können und für die Kantonsstrassen teurere Leuchten eingesetzt werden müssen. Bei der Ausschreibung setzte sich die Brugger Anbieterin IBB Energie AG durch.

Jetzt gehts an Feinabstimmung

In einer nächsten Phase könnten nun noch die Feinabstimmung und bei Bedarf die Anpassungen – nach Rückmeldungen aus der Bevölkerung – vorgenommen werden, antwortet Frey auf die Frage nach den kommenden Schritten. Die sehr guten Erfahrungen mit den intelligenten Leuchten in den Quartieren, die mit Bewegungsmeldern ausgestattet sind, dienten auch als Grundlage für die Kantonsstrassen, führt der Vizeammann weiter aus, «ohne dabei die Sicherheit zu gefährden». Gesetzt werde dabei auf die wie in der Stadt Zürich sowie im Kanton Bern auf Kantonsstrassen bewährte sogenannte volumenbasierte Lichtsteuerung mittels Radar.

Die IBB Energie AG lobt in ihrem aktuellen Kundenmagazin «Anschluss» die Gemeinde für den Einsatz von intelligenter öffentlicher Beleuchtung. Bözen nehme eine Vorreiterrolle ein. Die Energieversorgerin hat Erfahrung mit intelligenten Steuerungen. Solche wurden in Brugg installiert auf der Habsburgerstrasse sowie der Badstrasse. Ersetzt wurden rund 50 Leuchten.