«Die Flexibilität ist aus zwei Gründen nötig», sagt Wettstein. «Erstens, um eine Staffelung der Auftragsvergabe zu ermöglichen. Zweitens und wichtiger, um Erfahrungen aus einem Quartier sammeln zu können und diese auf das nächste anzuwenden.»

Mit der Umsetzung von Tempo 30 soll im Westquartier inklusive Umiken angefangen werden. Danach geht es entlang der Zurzacherstrasse, um die in Lauffohr bestehende 30er-Zone stadteinwärts zu erweitern. Zuletzt wird das neue Geschwindigkeitsregime im Zentrum, also auch rund ums Eisi, umgesetzt. «Das Zentrum hat die komplexeste Verkehrssituation mit der grössten Dichte an Verkehrsteilnehmern», begründet Wettstein. «Hier sollen in der zur Verfügung stehenden Zeit alle bisherigen Projekterfahrungen für weitere Abklärungen, beispielsweise für die definitive Ausarbeitung der Strassenmarkierung rund um das Eisi, mit einfliessen.»

Neue farbliche Gestaltung

Besonders kontrovers diskutiert wird die Entfernung der Fussgängerstreifen rund um das Eisi. In der Zwischenzeit gibt es neue Visualisierungen, die zeigen, wie die Strassenmarkierung rund um das Eisi aussehen soll. Die Markierungen sind sogenannte «ergänzende Gestaltungsmassnahmen». Die farbliche Gestaltung der Strassenoberfläche gehört da dazu. Für diese gibt es aber auch Vorgaben: Sie dürfen nach eidgenössischem Strassenverkehrsrecht weder einer offiziellen Markierung oder Signalisierung ähnlich sein, noch dürfen sie die Verkehrssicherheit beeinträchtigen.

«Für die Gestaltung der Fahrbahnfläche im Strassenbereich Eisi muss daher die optische Gestaltung in der Erarbeitung des Detailgutachtens entsprechend den geltenden Vorschriften geprüft werden», heisst es im Beschrieb zu den neuen Visualisierungen. Vorstellbar seien verschiedene, farblich gestaltete Formen, Linien, Zahlen oder Buchstaben. «Mit dem kreativen Element der farblichen Gestaltung der der Strassenoberfläche soll vor allem eine Verbesserung der Wahrnehmung des Strassenabschnitts und damit ein angemessenes Geschwindigkeitsverhalten und Toleranz gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmenden bewirkt werden.»

Wichtig: Die aktuell vorliegenden Visualisierungen zeigen eine mögliche Idee einer farblichen Fahrbahngestaltung. Die definitive Gestaltung wird erst zu einem späteren Zeitpunkt im Detailgutachten bearbeitet, geprüft und vorgeschlagen.

Einwendungen sind möglich

Zudem haben die betroffenen Quartierbewohner jeweils die Möglichkeit, Einwendung gegen die Signalisation und allfällige weitere Massnahmen einzureichen oder Anpassungen zu beantragen. «Vor jeder Phase findet eine Information der Bewohnerinnen und Bewohner der jeweiligen Quartiere über das bestehende Konzept und das detaillierte Vorgehen statt», sagt Wettstein. «Dies, bevor das Detailgutachten in die öffentliche Auflage geht.» Es ist der Stadtrat, der das Konzept erlässt. Entsprechend kann er auch Änderungen beschliessen. «Hier wiegt der Stadtrat ab hinsichtlich Grösse der Änderung zum vorgelegten Vorschlag, den gesetzlichen Vorgaben, Einfluss auf die Sicherheit, dem allgemeinen öffentlichen Interesse und die dadurch entstehenden Kosten», so Wettstein. Letztlich verfolge der Stadtrat eine pragmatische Haltung, die beispielsweise seit 27 Jahren in der 30er-Zone in Lauffohr gelebt werde. Da seien Bodenmarkierungen, sogenannte Längsstreifen für Fussgänger zur Sicherheit der Fussgänger angebracht, obwohl dies gemäss Verordnung nicht zonenkonform sei. «Dieser gelebte Pragmatismus funktioniert und dient der Sicherheit aller», sagt Wettstein.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema findet statt am 22. Januar, 19.30 Uhr, Singsaal Stapferschulhaus (2. Stock).